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Der Trugschluss mit dem Klimaschutz

ZUM BUCH
Nachhaltigkeit

Der Diesel ist tot! Es lebe das E-Auto?

Die Euphorie verdient eine nähere Betrachtung – und wer offen ist für Fakten, sieht das Thema möglicherweise skeptisch.

Elon Musk, Gründer des innovativen E-Autoherstellers Tesla Inc., hat zweifellos die Automobilindustrie und deren Markt auf den Kopf gestellt. Zu lange haben die Platzhirschen der Autoindustrie zukunftsfähige, nachhaltige Antriebstechnologien verschlafen. Die Debatte über Antriebsarten, ausgelöst durch den betrügerischen Diesel-Skandal bestimmter Hersteller, ist leider arm an Fakten. Die Debatte läuft eher emotional und interessengesteuert – und wegen der problematischen Luftqualität in vielen Städten auch unter Zeitdruck. Weitere Hektik bewirkt die Entscheidung des deutschen Bundesverwaltungsgerichts, dass Diesel-Fahrverbote in Städten zulässig seien. Ein Urteil, das sich kaum nur alleine auf Deutschland auswirken dürfte.

Der erste Hybrid ist von 1912

Semper Vivus

Die Nachteile des E-Autos

Nun, der Elektroantrieb an sich ist nicht das Problem. Die große Frage ist, woher kommt der Fahrstrom dafür? Denn selbst die noch immer sehr teure Wasserstoff-Brennstoffzelle erzeugt letztlich elektrische Energie. Zunächst klingt es ziemlich verlockend, dass es derzeit keinen effizienteren Antrieb gibt als den elektrischen: Um eine mechanische Kilowattstunde im Fahrzeug zu haben, sind „nur“ 1,4 Kilowattstunden beispielsweise aus einem Photovoltaik-Kraftwerk nötig. Ein Verlust von nur 30 Prozent von der Erzeugungsquelle des Stroms bis zum Rad gilt als vergleichsweise äußerst gering.

Die Probleme lauern woanders:

  • Generell würde ein E-Auto-Boom den Strom massiv verteuern, weil die Nachfrage steigt.
  • Für die Stromerzeugung brauchen wir noch über viele Jahre oder gar Jahrzehnte hinweg weiterhin nicht-erneuerbare, also "schmutzige" Energien. Also verlagern wir beim Akku-basierten E-Auto die Abgase weitgehend nur vom Auspuff zum Kamin fossiler Kraftwerke. Der Bürger sieht es nur nicht. Einzig die Schadstoffbelastung auf Kniehöhe (Auspuff) in z.B. Städten geht zurück, und die Kamine im Kraftwerk haben bessere Filter als ein Auto.
  • Im Grunde bestehen die Akkus für E-Autos – in ihren Komponenten aus den handelsüblichen aufladbaren Batterien (Batteriezellen genannt) die wir auch im Haushalt verwenden – nur eben massenhaft zum großen Akku gebündelt. Rasch kommt ein Gewicht von bis zu 750 Kilogramm zusammen.

Übrigens verdanke ich es auch meinem hochgeschätzten Freund Dr.-Ing. Ulrich Bez, einem der herausragendsten und erfahrendsten internationalen Autobosse, dass ich über dieses Thema so viel dazu gelernt habe. Mein Dank für die Unterstützung am Faktencheck für diesen Artikel gebührt zudem meinem österr. Freund Prof. Dr.-Ing. Manfred Weissenbacher, ein Profi für das Thema um Energie und insbesondere Batterien, vom Institut für nachhaltige Energien an der Universität von Malta.

Der Trugschluss mit dem Klimaschutz

Mein Artikel wurde in der Times of Malta (ToM) sowie in der SWZ - (Südtiroler Wirtschaftszeitung) veröffentlicht.Der Link zum Artikel in der „ToM" bzw. „SWZ", die PDF/Printausgabe ist jeweils hier und hier zu finden.

CO₂ ist nicht das Hauptproblem. Panische Entscheidungen verursachen viel Schaden.

Unbestritten, wir erleben einen Klimawandel. Für uns ist das neu. Für unseren Planeten nicht. Ebenso folgen eine globale Herausforderung und Krise der nächsten. Unsere Welt ist zur VUCA-Welt geworden – einer Welt aus volatility, uncertainty, complexity, ambiguity.

Umbrüche bringen Politik an Grenzen

Viele glauben - auch Politiker und Parteien -, mit radikalen Ideen müsse man nun das Ruder herumreißen. Ansonsten gehe die Welt unter.

Die Devise lautet: komplette Kehrtwende, völliges Umdenken. Von der Globalisierung zur Regionalisierung, vom Verbrenner zum Elektroauto, von klimaschädlichen Emissionen zu Nullemissionen. Rein und raus. Wir wollen wieder rein in den Kohlestrom und raus aus der Atomenergie – oder war es doch umgekehrt?

Bei alledem bedenkt kaum jemand, was geschieht, wenn wir panikartig das Steuer herumreißen.

Gesamtgesellschaftliche Panik

Wer das Ruder herumreißt, löst zwar möglicherweise schnell ein Problem, häufig aber entstehen dadurch jede Menge neuer Probleme. Jede Handlung hat Konsequenzen, bei großen Themen komplexe. Die Wissenschaft spricht dabei von „Effekten zweiter und dritter Ordnung“. Sie sind es, die es uns so schwer machen, die Dinge richtig einzuschätzen.

Unter der ersten Ordnung versteht man die unmittelbaren Ergebnisse und Auswirkungen einer Entscheidung. Effekte zweiter Ordnung sind die längerfristigen Auswirkungen. Effekte dritter Ordnung zeigen sich oft weitverzweigt erst später und ganz anders als erwartet. Vorhersehbar sind sie auf den ersten Blick selten. Unser Denken ist zu unterkomplex.

Die reale Komplexität ähnelt dem Phänomen des Schmetterlingseffektes, benannt nach dem Vortrag von 1972 des US-amerikanischen Wissenschaftlers Edward Lorenz (1917-2008): „Kann der Flügelschlag eines Schmetterlings in Brasilien einen Tornado in Texas auslösen?

Und darin lauert die Gefahr. Wer sich auf die erstbeste Option stürzt oder in Hektik entscheidet, unterschätzt die Effekte zweiter und erst recht dritter Ordnung. Auch Vorurteile, Scheuklappen und zu wenig Nachdenken führen zu Fehlentscheidungen.

Und dann kam alles anders

Schon oft kam alles anders als gedacht. So hatten sich viele Staaten in Europa lange auf russisches Gas verlassen und die nächsten 50 Jahre damit geplant. Deutschland war zu 55 Prozent abhängig, Österreich zu 90 Prozent. Doch der russische Angriffskrieg auf die Ukraine Ende Februar 2022 machte diese Planung innerhalb weniger Tage zunichte.

Oder denken wir an den berüchtigten Bericht „Die Grenzen des Wachstums“ des Club of Rome von 1972. Wachse die Weltbevölkerung weiter so, habe die Menschheit bald alle natürlichen Ressourcen verbraucht, vom Erdöl bis zu Metallen und Mineralien. 2008 sei das Kupfer erschöpft, wenn auch die Chinesen Telefonanschlüsse bekämen.

Wie der US-Wirtschaftswissenschaftler Julian Simon (1932-1998) schon 1981 in seinem Buch „The Ultimate Resource“ entlarvte, lag der Club of Rome mit fast allen Prognosen falsch. Die Ressourcen sind uns nie ausgegangen, man hat sogar noch mehr gefunden, manche haben sich vervierfacht. Sie sind real nicht einmal teurer geworden.

Selbst die Luftverschmutzung ging alsbald zurück – die sechs wichtigsten Luftschadstoffe laut der US-Umweltschutzbehörde EPA zwischen 1980 und 2014 um mehr als zwei Drittel. Flüchtige organische Verbindungen (VOCs), Stickstoffdioxid (NO2), direkter Feinstaub, Kohlenmonoxid (CO) und Schwefeldioxid (SO2) wurden zwischen 53 und 81 Prozent reduziert. Blei sogar um 99 Prozent.

Nach den Warnungen vor dem Waldsterben in den 1970er und 1980er-Jahren befürchteten viele, dass der saure Regen die europäischen Wälder in chemische Wüsten verwandeln würde. Das geschah jedoch nicht – teils weil die Schadstoffbelastung zurückging, teils weil die Warnungen übertrieben waren. Sogar die Abholzung der Wälder kam in den wohlhabenden Ländern zum Stillstand. Die Waldfläche in Europa ist zwischen 1990 und 2015 sogar ein wenig gewachsen.

Zukünftige Entwicklung völlig falsch eingeschätzt

Zahlreiche Prognosen unterschätzen die Kreativität des Menschen, das Potenzial des technologischen Wandels, die effizientere Nutzung von Ressourcen, die Entdeckung neuer Lagerstätten und von Ersatzstoffen. Die Abhängigkeit von Kupfer sank durch alternative Materialien – wir telefonieren zunehmend über Glasfaser und Funksignale. Die Schwarzmalerei scheint grundsätzlich davon auszugehen, dass es keinen Fortschritt gibt.

Doch die Menschen finden Lösungen. Naturgemäß benötigen kluge, nachhaltige Problemlösungen ein umfassenderes Denken und Zeit. Manchmal ist es besser, kleine Schritte zu gehen, als das Ruder herumzureißen. So lassen sich manche Fehler korrigieren, bevor der Schaden zu groß ist.

Weg vom Klimaschutz, hin zum Menschenschutz

Sicherlich hat unser respektloser Umgang mit der Natur den Klimawandel beschleunigt. Aber er ist nicht allein das Werk des Menschen. Schon deshalb ist die Vorstellung, die Menschheit könne das Klima schützen, abstrus. Vor wem denn? Vor uns Menschen?

Kein Mensch kann Naturkatastrophen oder die nächste Eiszeit verhindern. Das machen die Naturgewalten schon ganz allein.

Deshalb wäre es sinnvoll, vom „Klimaschutz“ wegzukommen und die Menschen vor dem Klimawandel zu schützen. Wir wissen nicht, wie sich das Klima in 30 Jahren tatsächlich entwickelt.

Und Prognosen sind, wie zuvor erwähnt, schwierig – wir können morgens nicht einmal die Aktienkurse des Abends treffsicher vorhersagen. Wie also sollte das bei der Komplexität des Klimas auf Jahrzehnte möglich sein?

Doch wir erleben eine unverantwortliche Panik über ein Zukunftsszenario, auf das niemand sein Leben wettet, ob es eintritt. Selbst wenn es vonseiten unseres Planeten zu einer anhaltenden Klimaerwärmung kommen sollte, wie seit Urzeiten immer wieder: Dann wäre es doch viel sinnvoller, jetzt zu schauen, wie wir die Menschheit bestmöglich schützen. Wo und wie leben und bauen wir, wie wird die Landwirtschaft aussehen? Und dabei sollten wir nicht so tun, als wäre das CO₂ das Hauptproblem.

Erst arme Länder zum Umweltschutz befähigen

Ja, wir müssen endlich Abstriche machen, dazu beitragen, unsere Emissionen und Schadstoffe zu reduzieren, deutlich weniger Ressourcen und Energie zu verbrauchen und die Natur nicht über Gebühr zu belasten.

Aber dabei sollten wir nicht vergessen, dass in den EU-Staaten nur etwa sechs Prozent der Weltbevölkerung leben – unsere Hebelwirkung ist also gering. China, der weltweit größte Emittent von Treibhausgasen, baut sogar neue Kohlekraftwerke. Wie wollen wir da ein Gegengewicht bilden?

Allerdings wird die Situation in armen Ländern immer schlimmer. Darum sollten wir zuerst ihnen helfen, sich moderne Öko-Technologien leisten zu können. Denn was immer wir bezüglich Klimaschutz tun, trägt die Mehrheit weltweit ohne Hilfe gar nicht mit.

Wie die indische Premierministerin Indira Gandhi (1917-1984) in ihrer fulminanten Rede 1972 auf der ersten weltweiten Umweltkonferenz in Stockholm schon feststellte: „Sind nicht Armut und Not die größten Umweltverschmutzer? Die Umwelt kann nicht unter den Bedingungen der Armut verbessert werden.“

Sinnvoll wären daher Maßnahmen, die Ressourcen und Energie einsparen und die überbordenden Emissionen unserer Luxusgesellschaft verringern. Klug wäre es etwa, Kreuzfahrten, die Oberklasse aller Pkws und Privatjets abzuschaffen und Flüge auf ein sinnvolles Maß zu beschränken.

Und da die Herstellung von Beton bekanntlich ein Klimakiller ist: Warum errichten wir nicht zeitlos schöne, nachhaltigere Gebäude und bewahren sie langfristig, statt sie nach wenigen Jahrzehnten wieder abzureißen?

Doch all das tun wir nicht. Stattdessen steigen wir auf Elektroautos um, deren Strom nur scheinbar aus der Steckdose kommt und deren Ökobilanz übel ist. Über die Herstellung und Entsorgung der Batterien sprechen „Klimaschützer“ äußerst ungern. Der nötige gigantische Ausbau der Stromnetze wird nicht nur sündhaft teuer, sondern ist angesichts künftiger alternativer Technologien rausgeworfenes Geld, eine Hypothek für Generationen.

Doch wir versteifen uns auf ein einziges Konzept und verbauen die Entwicklung anderer Technologien politisch.

Hochgeheizte Digitalisierung

Auch über den gigantischen und rasant steigenden Energieverbrauch der Digitalisierung müssen wir reden. Allein der weltweite Stromverbrauch für das Streaming von Spielfilmen, YouTube-Videos, TV und Musik liegt bei rund 200 Milliarden Kilowattstunden im Jahr. Das entspricht in etwa dem Stromverbrauch aller Privathaushalte in Deutschland, Italien und Polen zusammen. Auch die Blockchain-Technologie für Kryptowährungen oder die künstliche Intelligenz verbrauchen exorbitante Mengen an Strom und Wasser zur Kühlung der Rechenzentren. So „schluckt“ allein jede ChatGPT-Unterhaltung einen halben Liter Wasser.

2020 entfielen fast 10 Prozent des weltweiten Stromverbrauchs auf die Herstellung und den Betrieb digitaler Geräte. Bis 2030 wird dieser vermutlich um bis zu 80 Prozent ansteigen, binnen 15 Jahren sich möglicherweise gar verdoppeln.

Wir könnten viel davon einsparen, wenn wir die modernen Medien nicht immer ungezügelter ausbauen würden.

Das Hauptproblem: Der Müll

Statt zu überlegen, wie wir lokal begrenzt kurzfristig das CO₂ reduzieren, sollten wir besser das Hauptproblem angehen, den Abfall.

Nirgendwo hatte die Natur jemals die Idee von Restmüll. Vielmehr ist alles in der Natur ein Kreislauf. Nichts bleibt nutzlos oder wertlos übrig. Die Natur hat schon immer klug recycelt.

Würden wir dieses Konzept adaptieren und sämtliche Systeme in Kreisläufen konzipieren, wird auch kein CO₂ als „Müll“ anfallen, sondern in einem Kreislauf bleiben.

Doch wir schauen nur auf das CO₂, auf nur ein Symptom von vielen. Wir denken, wenn wir an dieser Stellschraube drehen, wird alles besser. Aber das ist ein Irrtum. Es ist andersherum: Wenn wir im Sinne der Natur in Kreisläufen leben, erübrigt sich das CO₂-Problem von selbst.

Wir sollten uns also die Konzepte der Natur zum Vorbild nehmen, sodass die vielen negativen Auswirkungen gar nicht erst entstehen.

Es sollte uns alarmieren, dass wir allein mit der Nahrung schon heute durchschnittlich 5 Gramm Mikroplastik, das Gewicht einer Kreditkarte, pro Woche zu uns nehmen. Inzwischen hat die MedUni Wien nachgewiesen, dass die winzigen Mikro- und Nanoplastikteilchen sogar die Blut-Hirn-Schranke überwinden und ins Gehirn gelangen.

Es gäbe unzählige sinnvolle Ideen: Wir müssen nicht 12 Modekollektionen pro Jahr haben, Produkte müssten nicht aus übertriebenen Hygienegründen mehrfach verpackt sein und vieles mehr. Doch wir produzieren Müll ohne Ende.

Innovationen besser durchdenken

Auch bei Innovationen werden die Effekte der zweiten und dritten Ordnung selten ganzheitlich betrachtet. So verbrauchen LEDs zwar bis zu 90 Prozent weniger Strom, aber ihre Herstellung und Entsorgung ist viel problematischer als die der alten Glühlampen, die lediglich aus Glas und wenig Metall bestanden. Zudem halten LED-Leuchten selten die versprochenen 30.000 Stunden, weil ihre Vorschaltgeräte häufig weit früher kaputtgehen und sich nicht reparieren lassen.

Und deren Bestandteile - von Kunststoffen über Elektronik bis hin zu Seltenen Erden, deren Abbau mit großen Umweltschäden verbunden ist – landen de facto im Restmüll, denn das fachgerechte Recyceln ist zu teuer. Dazu kommt der Rebound-Effekt: Weil LEDs sparsam sind, setzen Verbraucher viel mehr Lampen ein als vorher.

Von der Natur lernen

Ob Elektroautos oder LEDs: Die „Effekte zweiter und dritter Ordnung“ waren so nicht gewollt, obwohl sie mit etwas Nachdenken absehbar gewesen wären.

Der Natur passiert so etwas nicht. Alles in der Natur besteht aus Kreisläufen. In diese Kreisläufe sollte der Mensch sich einfügen. Sobald wir alle unsere Systeme auf dem Recyclinggedanken aufgebaut haben, werden wir uns über menschengemachtes CO₂ nicht mehr den Kopf zerbrechen müssen.

Wir werden nicht umhinkommen, das Prinzip der Nachhaltigkeit ernst zu nehmen: So viel wie nötig und so wenig wie möglich.(rmk)

The climate protection fallacy

My article was also published in the Times of Malta (ToM) and the SWZ (the South Tyrolean Business Newspaper). Link to the ToM-article resp. SWZ-article or find the PDFs of the print version here and here.

CO₂ is not the main problem. Panic decisions cause a lot of damage.

There is no doubt that we are experiencing climate change. For us, this is new. Not for our planet. Likewise, one global challenge and crisis follows the next. Our world has become a VUCA world - volatility, uncertainty, complexity, and ambiguity.

Upheavals bring politics to its limits

Many people - including politicians and political parties - believe radical ideas are now needed to turn the tide. Otherwise, the world would end.

The motto is a complete turnaround, a complete rethink. From globalisation to deglobalisation, combustion engine to the electric car, climate-damaging emissions to zero emissions. In and out. We want to get back into coal power and out of nuclear energy - or was it the other way around?

In all this, hardly anyone considers what happens when we panic and turn the wheel.

Panic in society as a whole

If you turn the tide, you may solve a problem quickly, but often it creates lots of new problems. Every action has consequences, complex ones in the case of significant issues. Science then speaks of 'second and third-order effects'. They are what makes it so difficult for us to assess things correctly.

First-order effects are the immediate results and effects of a decision. Second-order effects are the longer-term effects. Third-order effects often show up later and in a completely different way than expected. They are rarely predictable at first glance. Our thinking is too under-complex.

The real-world complexity is similar to the phenomenon of the butterfly effect, named after the 1972 speech by US scientist Edward Lorenz (1917-2008), titled: 'Does the flap of a butterfly’s wings in Brazil set off a tornado in Texas?'

And therein lurks the danger. Those who determine in a rush to the first option, underestimate the second and, even more so, the third-order effects. Prejudices, blinkers and too little reflection also lead to wrong decisions.

And then everything came differently

Things have often turned out differently than expected. For example, many European countries relied inherently on Russian gas and planned the next 50 years with it. Germany was 55 per cent dependent, Austria 90 per cent. But the Russian war of aggression on Ukraine of February 2022 destroyed these plans within a few days.

Or consider the Club of Rome’s infamous 1972 report 'The Limits to Growth': "If the world’s population continues to grow at this rate, humanity will soon have used up all natural resources, from oil to metals and minerals. Copper would be exhausted in 2008 if the Chinese also got telephone connections."

As the US economist Julian Simon (1932-1998) asserted as early as 1981 in his book The Ultimate Resource, the Club of Rome’s theories were wrong on almost every point. We have never run out of resources; more have been found, some have quadrupled, without becoming more expensive in real terms.

Even air pollution soon declined - the top six air pollutants by more than two-thirds between 1980 and 2014, according to the US Environmental Protection Agency (EPA). Volatile organic compounds (VOC), nitrogen dioxide (NO₂), direct particulate matter, carbon monoxide (CO) and sulphur dioxide (SO₂) were reduced by between 53 and 81 per cent. Lead by 99 per cent!

After the warnings of forest dieback in the 1970s and 1980s, many feared that acid rain would turn European forests into chemical deserts. However, this did not happen - partly because pollution levels declined and the warnings were exaggerated. Even deforestation came to a halt in the wealthy countries. The forest area in Europe grew a little between 1990 and 2015.

Future development completely misjudged

Many forecasts underestimate human creativity, the potential of technological change, the more efficient use of resources and the discovery of new deposits and substitutes. The dependence on copper decreased due to alternative materials - we increasingly make phone calls via fibre optics and radio signals. The doomsayers seem to assume that there is no progress fundamentally.

But people find solutions. By their very nature, intelligent, sustainable solutions to problems require broader thinking and time. Sometimes it is better to take small steps than to turn the tide. That way, mistakes can be corrected before the damage is too significant.

Away from climate protection, towards human protection

Indeed, our disrespectful treatment of nature has accelerated climate change. But it is not solely the work of humans. For this reason alone, the idea that humanity can protect the climate is abstruse. From whom? From us humans?

No human being can prevent natural disasters or the next ice age. The forces of nature do that all by themselves.

Therefore, moving away from "climate protection" and protecting people from climate change would make sense. We don’t know how exactly the climate will develop in 30 years.

Forecasts, as mentioned before, are complicated - we can’t even accurately predict the evening’s stock prices in the morning. So how could that be possible for decades, given the complexity of the climate?

But we are experiencing irresponsible panic about a future scenario that no one is betting their lives on happening. Even if our planet were to experience persistent global warming, as it has since time immemorial, it would make much more sense to look now at how we can best protect humanity. Where and how do we live and build? What will agriculture look like? And we should not pretend that CO₂ is the main problem.

First, empower poorer countries to protect the environment

Yes, we must finally cut back, help to reduce our emissions and pollutants, use significantly fewer resources and energy, and not put an undue burden on nature.

But we should not forget that only about six per cent of the world’s population lives in the EU countries - so our leverage effect is small. China, the world’s largest greenhouse gas emitter, is building new coal-fired power plants. How are we going to counterbalance that?

However, the situation in poorer countries is getting worse. That is why we should first help them to be able to afford modern ecological technologies. Because whatever we do in terms of climate protection, the majority of the world will not support it without help.

As Indian Prime Minister Indira Gandhi (1917-1984) already stated in her brilliant speech in 1972 at the first global conference on the environment in Stockholm: "Are not poverty and need the greatest polluters? The environment cannot be improved in conditions of poverty."

It would, therefore, make sense to take measures that save resources and energy and reduce the excessive emissions of our luxury society. It would be wise, for example, to abolish cruises, the luxury class of all cars and private jets, and to limit flights to a moderate level.

And since concrete production is known to be a climate killer: why don’t we erect timelessly beautiful, more sustainable buildings and preserve them for the long term instead of tearing them down again after a few decades?

But we are not doing any of that. Instead, we switch to electric cars, whose electricity only seems to come from the socket and whose ecological balance sheet is bad. Climate protectionists are incredibly reluctant to talk about the production and disposal of batteries. The necessary gigantic expansion of the electricity grids will not only be sinfully expensive, but because of future alternative technologies, it is money wasted, a mortgage for generations.

However, we are becoming fixated on a single concept and politically blocking the development of other technologies.

Highly heated digitalisation

We also need to talk about digitalisation’s gigantic and rapidly increasing energy consumption. The worldwide electricity consumption for streaming feature films, YouTube videos, TV and music alone is around 200 billion kilowatt hours per year. That is roughly equivalent to the combined electricity consumption of all private households in Germany, Italy and Poland. Blockchain technology for cryptocurrencies or artificial intelligence also consumes excessive electricity and water to cool the data centres. For example, each ChatGPT conversation alone "swallows" half a litre of water.

In 2020, almost 10 per cent of the world’s electricity consumption was used to produce and operate digital devices. By 2030, this is expected to increase by up to 80 per cent, possibly even doubling within 15 years.

We could save much of this if we did not expand the modern media ever more unbridled.

The main issue: the rubbish

Instead of considering how we can reduce CO₂ locally in the short term, we would be better off tackling the main problem, waste.

Nowhere did nature ever have the idea of residual waste. Instead, everything in nature is a cycle. Nothing remains useless or worthless. Nature has always recycled wisely.

If we were to adapt this concept and design all systems in cycles, no CO₂ would be produced as "waste" but would remain in a process.

But we only look at the CO₂ as just one symptom of many. We think that if we turn this screw, everything will be better. But that is a mistake. It’s the other way around: if we live in cycles in the spirit of nature, the CO₂ problem becomes superfluous.

We should take nature’s concepts as a model so that the many adverse effects do not arise in the first place.

It should alarm us that we already consume an average of five grams of microplastic, the weight of a credit card, per week with our food alone. In the meantime, the Medical University of Vienna has proven that these tiny micro- and nano-plastic particles even cross the blood-brain barrier and enter the brain.

There would be countless sensible ideas: we don’t have to have 12 fashion collections a year, products don’t have to be packaged several times for exaggerated hygiene reasons and much more. But we produce rubbish without end.

Thinking through innovations better

Even with innovations, the second and third-order effects are rarely considered holistically. For example, although LEDs consume up to 90 per cent less electricity, their production and disposal are much more problematic than that of the old incandescent lamps, which consisted only of glass and little metal. Moreover, LED luminaires rarely last the promised 30,000 hours because their ballasts often break down far earlier and cannot be repaired.

And their components - from plastics to electronics to rare earth, the mining of which is associated with significant environmental damage - de facto end up in the residual waste because proper recycling is too expensive. In addition, there is the rebound effect: because LEDs are economical, consumers use many more lamps than before.

Learning from nature

Whether electric cars or LEDs, the "second and third order effects" were not intended in this way, although they could have been foreseen with proper thought.

This does not happen to nature. Humans should fit into nature’s cycles. As soon as we have built all our systems on the idea of recycling, we will no longer have to worry about man-made CO₂.

We will not be able to avoid taking the principle of sustainability seriously: "As much as necessary and as little as possible". (rmk)

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